Beckmann, Max
1901 trat Max Beckmann in die Weimarer Kunsthochschule ein und verließ sie zwei Jahre später ohne Abschluss. Nach Studienreisen, unter anderem nach Paris und in die Niederlande, ließ er sich in Berlin nieder. Beckmann wollte sich als neokonservatives Gegenmodell zu der ab 1910 aufkommenden radikalen Abstraktion (wie bei Henri Matisse und Pablo Picasso) sowie zur Gegenstandslosigkeit (wie bei Wassily Kandinsky) profilieren – in der Tat arbeitete er Zeit seines Lebens gegenständlich. Auch vom Expressionismus hielt er sich fern, teilte aber die Faszination für die Großstadt. So entstanden in den Vorkriegsjahren Werke in der Tradition der Alten Meister wie auch Gemälde im impressionistischen Stil. 1907 wurde er Mitglied in der Berliner Secession (bis 1913). 1914 diente er als Sanitätshelfer. Seine Zeichnungen sind von den Schrecken und der Hoffnungslosigkeit des Kriegs geprägt und zeigen einen neuen Stil, der sich durch die harten Konturen auszeichnet. 1915 erlitt Max Beckmann einen körperlichen und seelischen Zusammenbruch, er wurde vom Kriegsdienst freigestellt und ließ sich in Frankfurt am Main nieder. In einem künstlerischen Neuanfang übertrug er seinen neuen Zeichenstil in Grafik und Malerei. Ab 1925 war Max Beckmann Professor an der Städelschule. Sein großer Erfolg spiegelt sich in Ausstellungen und Auszeichnungen wider. Mit den Erfolgen der Nationalsozialist*innen änderte sich dies drastisch: Gleich nach der Machtübernahme 1933 wurde er aus der Städelschule entlassen und erhielt ein Arbeits- und Ausstellungsverbot; seine Werke waren in Ausstellungen „entarteter“ Kunst prominent vertreten; über 650 Arbeiten wurden aus Museen entfernt und beschlagnahmt. Max Beckmann emigrierte zuerst nach Amsterdam (1937–1947) und dann weiter in die USA (1947–1950), in New York ließ er sich nieder.